5 Tage Dauerstress und

nur höchstens 4 Stunden Schlaf können einem, nebst dem was ich wie folgend erzählen will, schon mächtig schlauchen und an die Substanz gehen. Dies war auch einer der Gründe warum es in den letzten Tagen hier nur Fotos zu sehen gab, für mehr blieb einfach keine Zeit.

Am Donnerstag letzter Woche waren wir, geschäftlich, kurz im Gästehaus in Råstrand und dann anderweitig unterwegs. Als wir gehen 4 Uhr nachmittags zurückkamen, waren wir so müde und hungrig, das wir entgegen unserer sonstigen Gewohnheiten, keinen Blick in den Freilauf geworfen haben, sondern gleich ns Haus sind etwas essen und ausruhen.

Da es zur Zeit sehr sonnig ist haben wr uns auch nicht gewundert das die Hunde nicht am Zaun standen als wir kamen, die Jungs liegen dann gerne dösend in der Sonne und machen keinen Muks. Wir waren gerade etwas entspannt, als es an der Tür klopfte und die Busfahrerin des Schulbuses von Grundträsk nach Malå vor der Tür stand.

Mit Nemo am Halsband. Und der Mitteilung das Sie 2 weitere Hunde ca. 10 Km entfernt am Weg gesehen hätte. Ob das unsere wären. Panik. Zum Freilaf gehasstet. Leer. Leinen zusammengerafft, in die Klamotten gesprungen, losgefahren, Hunde suchen.

2 KM weiter kam uns dann schon Akira entgegen. Also zurück, den mehr als 2 Hunde passen nicht ins Auto, die beiden in den Freilauf bringen. Nur um festzustellen das jemand, eindeutig an den Stiefelspuren im Matsch und dem zerbrochenen Holzriegel zu erkennen, das obere Tor ABSICHTLICH geöffnet haben muss.

Meine Wut war grenzenlos und hätte ich den der das verbockt hat zu dem Zeitpunkt erwischt, ich hätte für nichts mehr garantieren können. Glücklicherweise war Simone cooler. Wir also zurück ins Auto, suchen.

Zuerst Richtung Grundträskt. Alle Anwohner gefragt und die Auskunft erhalten das dort die 3 anderen gesehen wurden. Beim 5 oder sechsten Nachbarn ( der Ort ist gut 15 Km entfernt ) kam uns dann kaum das die Tür geöffnet wurde, Taiga entgegen. Da war es schon gegen 20 Uhr abends. Der Man hatte auch einen Hund und Taiga ist einfach in die offene Tür rein gelaufen. 20 Uhr ist nämlich immer Fütterungszeit…. .

Wir also Taiga zurückgebracht und weitergesucht. Bis zum Einbruch der Dunkelheit. Ohne Erfolg. Und das Dumme ist das die Schotterstrasse ab Grundträskt nicht mehr geradeaus führt sonder T-förmig abzweigt und ab dort asphaltiert ist. Keinerlei Chance Spuren zu finden wie bis dahin.

Und die nächsten bewohnten Ortschaften weit weit entfernt. Die nächsten Tage vergingen dann wie in Trance. Polizei, Jägerverbund, alle Bekannten anrufen, Zettel drucken und so weiter. Und vor allen fahren, fahren fahren. Das Gebiet hier ist nun mal riesig, die einzigste minimale Chance die man hat ist die Strassen immer und immer wieder abzufahren in der Hoffnung das die Hunde diese entlanglaufen und man zur richtigen Zeit am richtigen Ort ist.

Bis Gestern sind wir so an die 3500 Kilometer gefahren, kaum geschlafen und jeden Tag etwas mehr die Hoffnung verloren unsere zwei besten Hunde, Rookie und Cheyenne, jemals wiederzusehen. Eine genau Schilderung wuerde Seitenlang dauern, aber es war ein einziger 5 Tage langer Horror.

Alleine das Abklappern aller verlassen Häuser, alter kleiner Sägewerke , Kiesgruben, ect. ect. , das ständige schauen nach Spuren, die wir zuletzt in einem alten Sägewerk eindeutig sehen konnten, war nervenaufreibend ohne Ende.

Gestern Abend schließlich, wieder gegen 20 Uhr, kamen die beiden, völlig abgemagert, dreckig wie die Wildschweine, Cheyenne leicht humpelte. wohl vor Überanstrengung , einfach die Einfahrt hoch gelaufen und standen jaulend vor der Freilauftuer.

Unsere Erleichterung und Freunde waren grenzenlos. Und keinerlei Wildschaden angerichtet, die Gegend hier wimmelt derzeit von Rentieren, die Sami treiben gerade und es sind mehrere tausend Reniere hier unterwegs. Nachdem die Euphorie und Freude sich etwas gelegt hatte, waren wir dann auch wieder stolz auf die Jungs.

Trotz einer Umgebung die ein Paradies für freilaufenden Hunde ist, trotz der Möglichkeit zu jagen, trotz, trotz, trotz sind Sie, wie wir es immer um immer wieder trainiert haben, wohl irgendwann in Ihren Search and Home Rhythmus verfallen und haben begonnen im Kreis zu laufen. In immer grösser werdenden konzentrischen Kreisen.

Wir haben so etwas die letzten Jahre immer und immer wieder geübt und ALLE Hundetrainer und Musher die wir kennen habe uns fuer völlig bescheuert erklärt, weil so etwas bei Siberian Huskys eben nicht möglich wäre.

Von wegen, die Spinner und Nichstkönner das seit IHR. So zumindest konnten wir das den Spuren entnehmen die wir gestern dann mal ein paar Kilometer weit verfolgt haben. Und so haben Sie wohl dann auch irgendwann den Teil des Haustrails gefunden der auf die Strasse fuehrte und konnten dann Ihren eigenen Spuren ( Kothaufen ect. die sich dort im Laufe der Jahre ansammeln wenn man den Weg öfter fährt ) bis hierher folgen.

Zumindest gibt es keine andere rationale Erkärung, denn zwischen dem Ort wo wir zuletzt Ihre Spuren gefunden haben und Björkliden liegen gut 40 Kilometer. Reine Luftlinie.

Nun ja, also alles gut gelaufen. Und der abgrundtief miesen SAU die das Tor geöffnet hat, sei hiermit gesagt : Tja Junge hat wohl nicht geklappt. Was fuer eine armselige Kreatur bist du das du so etwas Hinterlistiges versuchen musst. Bist du nicht Manns genug mir oder auch nur Simone offen gegenüber zu treten und musst so eine Schweinerei, die wenn eh nur zu Lasten der Tiere gehen wurde, versuchen ? Du musst die ärmste Sau in der Galaxis sein. Die Anzeige bei der Polizei ist wohl chancenlos, aber wir haben jetzt neue Riegel ( Stahl ) angebracht, zukünftig ist das Öffnen bei abgeschossenen Türen nur noch möglich wenn man einen Bulldozer hat.

Zum Glück alles gut gelaufen.

Mfg
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